Amnesty International Indonesia (AII) veröffentlichte am 2. Dezember 2017 eine Erklärung, in der die Menschenrechtsorganisation indonesische Behörden dazu aufruft, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung zum Tod von Ishak Yaguar im Kimaam-Distrikt des Landkreises Merauke, Provinz Papua einzuleiten. Nach Angaben von AII sollen Angehörige des Militärs und der Polizei Ishak Yaguar gefoltert haben. Die Folgen der Folter waren derart schwerwiegend, dass Ishak im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. AII verwies auf die Pflicht des Staates, Gerechtigkeit zu gewährleisten und die Täter in einem fairen strafrechtlichen Verfahren zur Verantwortung zu ziehen. Darüber hinaus sollen alle Fälle von Menschenrechtsverletzungen und völkerrechtlichen Verbrechen durch öffentliche Prozesse an zivilen Gerichten verhandelt werden, wie dies in mehreren internationalen Menschenrechtsabkommen dargelegt wird.

Am 15. November 2017 kam es im Dorf Woner zu Protesten von Dorfbewohnern, da Mitglieder des Gemeindevorstands Gelder für Entwicklungsprojekte korrupierte haben sollen. Nachdem Vorstandsmitglieder den Protest gemeldet hatten, kamen vier Soldaten des Yalet Militärpostens am 18. November 2017 um 23.00 Uhr zum Haus von Ishak Yaguar und verschafften sich gewaltsamen Zutritt. Nach Angaben seiner Familie zerrten die Soldaten Ishak aus seinem Haus, zwangen ihn die Kleidung auszuziehen und brachten ihn zum etwa 800 Meter entfernten Yalet Military Posten. Dabei sollen die Soldaten ihn wiederholt getreten und mit einem Holzstock geschlagen haben. Am Morgen des 19. Dezembers brachten die Soldaten Ishak zum Kimaam Polizeirevier, wo er in Untersuchungshaft genommen wurde. Als einer von Ishaks Familienangehörigen am Nachmittag zum Polizeirevier kam, erlaubten die Polizeibeamte ihm nicht Ishak zu besuchen. Am Abend erhielt Ishaks Familie eine Benachrichtigung von der Polizei, dass dieser in das Krankenhaus in Kimaam verlegt worden sei. Später in der Nacht fand einer von Ishaks Familienmitgliedern heraus, dass Ishak bereits gestorben war.

Am 22. November kam ein Kommandant des Militärpostens Yalet zu Ishaks Familie und zeigte ihnen eine schriftliche Vereinbarung, die von Soldaten des Yalet Militärpostes und einer weiteren Person unterzeichnet worden war, die nach Angaben des Militärs ein Vertreter von Ishaks Familie sei. In dem Dokument wurde festgelegt, dass die Familie und die lokalen Streitkräfte den Fall durch ein außergerichtliches Verfahren beilegen würden. Der lokale Militärkommandant gab Ishaks Vater 50 Millionen Rupiah (rund 3200 Euro). Die Mehrzahl der Familienangehörigen lehnten die Vereinbarung ab. Ein Angehöriger sagte gegenüber Amnesty International Indonesia, dass die Familie den Fall in einem gerichtlichen Prozess fortsetzen wolle.

Die AII Erklärung kann hier in Englisch runtergeladen werden