Medienquellen berichteten, dass Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee Westpapuas (TPN PB) am 30. März 2020 das Büro des Bergbauunternehmens PT Freeport Indonesia (PT FI) in Kuala Kencana angegriffen haben. Gegen 14.00 Uhr soll eine Gruppe von TPBN PB-Kämpfern, die mit drei Schusswaffen und traditionellen Waffen bewaffnet waren, PT FI-Mitarbeiter vor dem Bürogebäude angegriffen haben. Der 57 jährige Neuseeländer Graeme Thomas Wall wurde bei dem Angriff getötet, zwei weitere Mitarbeiter wurden durch Kugeln verletzt. Ihr Zustand ist nach wie vor kritisch. Vier Arbeiter erlitten leichte Verletzungen und wurden im Freeport Hospital ambulant medizinisch versorgt.

TPN PB hat die Verantwortung für die Schiesserei übernommen. Gemäß einer Pressemitteilung der TPN PB zu dem Vorfall bat diese PT Freeport Indonesien, alle Arbeiten in der Mine von Freeport einzustellen. Seit Ende Februar 2020 haben bewaffnete Widerstandsgruppen mehrere Angriffe gegen Sicherheitskräfte verübt, die das Gebiet um die Mine von Freeport im Landkreis Mimika bewachen. Wiederholte bewaffnete Zusammenstöße zwischen TPN PB-Gruppen und Sicherheitskräften hatten Anfang März 2020 mindestens 1.500 einheimische Amungme gezwungen, aus ihren Dörfern zu fliehen. Die TPN PB betrachtet PT Freeport Indonesia als "ausbeuterisches Unternehmen, das den Reichtum ihrer Vorfahren stiehlt". Sie forderte das Unternehmen zur sofortigen Einstellung aller Bergbautätigkeiten auf und forderte alle Beschäftigten von PT Freeport Indonesia auf, das Bergbaugebiet zu verlassen.

Der Vizepräsident für Unternehmenskommunikation, Riza Pratama, erklärte in einem Medieninterview, dass PT FI nicht beabsichtige, den Betrieb einzustellen, sondern die Präsenz der Sicherheitskräfte im Bergwerk erhöhen werde, um ihre Arbeiter und Familien zu schützen. Der Polizeichef von Papua, Paulus Waterpauw, erklärte, dass es innerhalb des PT FI-Büros weder einen Sicherheitsposten noch einen Zaun um das Büro gab, was es den Angreifern leicht machte, hineinzukommen und sich wieder zurückzuziehen. Die Polizeikräfte versuchen derzeit, die Täter ausfindig zu machen.