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Ein Mann aus Papua, der als Justinus Silas Dimara (35 Jahre alt) identifiziert wurde, starb, als Mitglieder der Polizei am 25. Mai 2020 eine Gruppe von Anwohnern in Hamadi, Stadt Jayapura, gewaltsam auseinander trieb (siehe Eingangsbild, Quelle: Jubi). Zuvor hatten der Gouverneur von Papua und die Stadtregierung von Jayapura aufgrund der wachsenden Zahl von COVID-19-Infektionen eine Abriegelung angekündigt und die Bewohner von Jayapura aufgefordert, zwischen 14.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens zu Hause zu bleiben. Die Gruppe von Anwohnern versammelte sich jedoch vor einem geschlossenen Restaurant, um Alkohol zu trinken, als die Polizei gegen 17.30 Uhr eintraf. Die Polizeibeamten behaupten, dass sich die Gruppe weigerte, den Anweisungen zur Rückkehr in ihre Häuser zu folgen, weshalb sie die Gruppe mit dem Wasserwerfer des Polizeifahrzeugs vertrieben.

Medieninformationen zufolge lief Justinus Dimara von dem starken Wasserstrahl weg, fiel aber zu Boden, als der Strahl ihn traf. Sein Kopf schlug auf der gepflasterten Straße auf und er verlor das Bewusstsein. Die Polizeibeamten brachten Justinus Dimara in das nahe gelegene Marinekrankenhaus von Hamadi, wo das Opfer kurz nach der Einlieferung starb. Eine erste medizinische Untersuchung ergab, dass Justinus Dimara an den Folgen eines starken Aufpralls auf den Kopf starb, der eine Blutung im rechten Ohr und in der linken Nase verursachte. Die Mediziner bestätigten angeblich, dass das Opfer betrunken war. Nach Angaben des Sprechers der Regionalpolizei von Papua (Polda Papua), Ahmad Musthofa Kamal, werden die an der Aktion beteiligten Polizeibeamten derzeit von der internen Ermittlungseinheit Propam der Polizei untersucht.

Wütende Anwohner errichteten als Reaktion auf den Vorfall eine Straßensperre in Hamadi und verbrannten Reifen. Mehrere Aktivisten in Westpapua verurteilten die Anwendung exzessiver Gewalt durch Polizeibeamte zur Durchsetzung sozialer Einschränkungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie. Sie betonten, dass es keinen rechtlichen Rahmen gebe, um klare Richtlinien für solch harte Maßnahmen festzulegen. Das indonesische Gesundheitsministerium hat Jayapura noch nicht offiziell zu einer Gefahrenzone erklärt, in der die Bewohner die Sozialdistanzierungspolitik der Regierung befolgen müssen.