Mitglieder der Papuanischen Studentenallianz (AMP) und der Indonesischen Volksfront für Westpapua (FRI-WP) organisierten friedliche Proteste in den indonesischen Städten Denpasar (Bali), Makassar (Süd-Sulawesi) und Malang (Ost-Java). Die Demonstrationen in Bali und Makassar wurden von örtlichen Polizeikräften aufgelöst. Die Proteste wurden zum Gedenken an die Unabhängigkeitsproklamation Westpapuas durch die Organisation Freies West Papua (OPM) am 1. Juli 1971 und das Massaker von Biak am 6. Juli 1998 ins Leben gerufen. Letzteres ist eine von vielen früheren groben Menschenrechtsverletzungen in Westpapua, deren Bearbeitung durch einen Menschenrechtsgerichtshof noch aussteht.

Die Polizeikräfte lösten am 1. Juli 2020 einen Studentenprotest in Makassar auf. Die Beamten behaupteten, die Studenten hätten gegen COVID-19 Maßnahmen verstoßen. Dem AMP zufolge sollen die Teilnehmer Masken benutzt und die Abstandsregeln eingehalten haben. Die Polizeibeamten nahmen die Demonstranten vorübergehend in Gewahrsam, als es zu Zusammenstößen mit Mitgliedern der nationalistischen regierungsfreundlichen Organisation Pancasila-Jugend (Pemuda Pancasila) kam. Polizeiwagen brachten sie in das Büro des Instituts für Rechtshilfe in Makassar (LBH Makassar), wo sie freigelassen wurden. Ein ähnlicher Protest in Malang fand ohne größere Eingriffe statt (siehe Eingangsbild, Quelle: Jubi). Die Studenten waren in der Lage, Reden zu halten, obwohl die Demonstration von einer großen Zahl von Polizeibeamten genau beobachtet wurde.

Die Polizeikräfte lösten den Protest in Denpasar am 6. Juli 2020 mit Wasserwerfern gewaltsam auf. Der Vorsitzende des Bali Legal Aid Institute (LBH Bali), Ni Kadek Vany Primaliraning, bestätigte in einem Interview mit dem Medienunternehmen Coconuts Bali, dass einige Demonstranten von Polizisten geschlagen wurden. Die Demonstranten forderten die indonesischen Behörden auf, das Massaker von Biak und andere grobe Menschenrechtsverletzungen der Vergangenheit in Westpapua zu untersuchen und rechtlich aufzuarbeiten.