Bereits Mitte Mai, noch bevor die neue Ministerialverordnung Nr. 15/2020 über Bestimmungen für den Export industrieller Forstprodukte in Kraft getreten wäre und damit die gesetzliche Verpflichtung, Holz für den Export durch ein Verifizierungszertifikat (V-legal) zu überprüfen, aufgehoben hätte, rückte die indonesische Regierung von dieser Entscheidung wieder ab. Neben der Kritik von Umweltorganisationen trug ebenso die Aussicht zu dieser Entscheidung bei, durch die neuen Regelungen vom lukrativen europäischen Markt ausgeschlossen zu werden.

Am 11. Mai erließ das Handelsministerium eine Verordnung, mit der es seine Entscheidung vom Februar aufhob, indonesische Holzfirmen nicht länger zur Einholung von Exportlizenzen zu verpflichten, die bescheinigen, dass das Holz aus legalen Quellen stammt. Diese frühere Entscheidung überraschte Umweltaktivisten, das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft und sogar Holzunternehmen und löste einen breiten Aufschrei aus.

Sulistyawati, der Direktor für den Export forstwirtschaftlicher Produkte im Handelsministerium, sagte, dass mit dem Widerruf der Exportprozess zum vorherigen System zurückkehren würde. Der Widerruf entspreche einem Antrag des Ministeriums für Umwelt und Forstwirtschaft.

Nach der umstrittenen Verordnung des Handelsministeriums vom Februar, die am 27. Mai in Kraft getreten wäre, hätten die Exporteure keine Lizenzen mehr einholen müssen, die belegen, dass ihr Holz und die fertigen Holzprodukte aus legalen Quellen stammen. Die so genannten v-legalen ("verifizierten legalen") Lizenzen sind das Herzstück des indonesischen Systems zur Überprüfung der Legalität des Holzeinschlags (SVLK), für dessen Entwicklung und Umsetzung das Land ein Jahrzehnt brauchte, um den illegalen Holzeinschlag zu bekämpfen.

Die Europäische Union, einer der Schlüsselmärkte für indonesisches Holz und fertige Holzprodukte, erkennt die SVLK als Grundlage für die Einfuhr von Holz aus Indonesien in ihren Markt an. Eine Abschaffung des Standards hätte die Exporte in die EU gefährdet, warnten Experten. Aktivisten kritisierten den Schritt ebenfalls sehr schnell und sagten, er würde den Schwarzmarkt für illegal geschlagenes Holz öffnen.

Die Unternehmen befürchteten unterdessen, dass die Entscheidung hart erkämpfte Gewinne für den Ruf des indonesischen Holzes untergraben würde, das in der Vergangenheit stark mit illegalem Holzeinschlag in Verbindung gebracht wurde.