vom Westpapua-Netzwerk übersetzte und gekürzte Version (Originalbericht: Mongabay)

 

Einem großen Sägewerk, das mit der weit verbreiteten Abholzung und Korruption in Indonesien in Verbindung gebracht wird, wurde die Legalitätszertifizierung von der Genehmigungsbehörde wegen des Vorwurfs einer gefälschten Genehmigung entzogen, was bedeutet, dass es keine Holzprodukte mehr exportieren darf.

Der Betreiber PT Tulen Jayamas Timber Industries (TJTI) hatte das Sägewerk im Landkreis Boven Digoel in Indonesiens östlichster Provinz Papua errichtet, um Holzstämme im Wert von schätzungsweise 6 Milliarden Dollar zu verarbeiten, die für das dortige Megaplantagenprojekt Tanah Merah abgeholzt werden sollen. Die Plantage, die hauptsächlich für Ölpalmen vorgesehen ist, könnte zur Abholzung von bis zu 280.000 Hektar Regenwald führen (eine Fläche größer als das Saarland_Anm. des WPN).

Eine Untersuchung von Mongabay und The Gecko Project aus dem Jahr 2018 zeigte, dass die Genehmigungen von einem Beamten ausgestellt wurden, der wegen Korruption im Gefängnis sitzt; indigene Völker wurden gezwungen, die Rechte an ihrem angestammten Land aufzugeben; und die wahren Identitäten der Personen, die hinter dem Projekt stehen, wurden hinter gefälschten Namen und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen verborgen.
Im Jahr 2019 tauchten Vorwürfe auf, dass einigen der an dem Projekt beteiligten Betreibern gefälschte Lizenzen ausgestellt worden waren und dass die Umweltlizenz für das Sägewerk von TJTI gefälscht sei. Beamte schickten einen Brief an TJTI und forderten das Unternehmen auf, den Betrieb einzustellen.

Beamte der Provinz Papua schalteten sich ebenfalls ein und behaupteten, dass die Genehmigungen für die sieben Konzessionen im Tanah Merah Projekt in einer kritischen Phase des Lizenzierungsprozesses gefälscht wurden. Die Genehmigungen trugen zwar die Unterschrift des ehemaligen Leiters der Agentur, dieser hat aber schriftlich berichtet, dass sie gefälscht war. Die Vorwürfe wurden in einer Nachuntersuchung von Mongabay und The Gecko Project aufgedeckt.

Im Anschluss an die Anschuldigungen fand Earthsight, eine gemeinnützige Untersuchungsorganisation mit Sitz in Großbritannien, heraus, dass das Sägewerk nach dem Holzlegalitätssystem der indonesischen Regierung (SVLK) zertifiziert worden war. Das System, das von einigen der strengsten Marktregulatoren für Holzlegalität, einschließlich der EU, akzeptiert wird, soll sicherstellen, dass alle Parteien in der Holzlieferkette ihr Holz und ihre Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern beziehen und ihre Handelsgeschäfte in Übereinstimmung mit bestehenden Gesetzen und Vorschriften abwickeln.
Da jedoch der Verdacht bestand, dass die Genehmigungen für die Plantagen und das Sägewerk gefälscht waren, schickte Earthsight eine Anfrage an PT Borneo Wanajaya Indonesia (BWI), den Drittgutachter, der das Sägewerk 2019 als SVLK-konform zertifizierte.
Nachdem BWI über die Vorwürfe und die Stop-Work-Order informiert wurde, führte es im März 2020 ein Audit durch. Die Ergebnisse bestätigten, dass die Umweltgenehmigung von TJTI gefälscht war und somit die Einhaltung der Holzlegalitätsnorm ungültig war. Das Audit führte zu einer Aussetzung des SVLK-Zertifikats des Sägewerks für drei Monate, um TJTI die Möglichkeit zu geben, zu beweisen, dass die Behauptung einer gefälschten Umweltgenehmigung nicht zutraf. TJTI konnte die Frist jedoch nicht einhalten, und das SVLK-Zertifikat wurde am 17. Juli dauerhaft entzogen. "Seit diesem Datum wurde das [SVLK]-Zertifikat von TJTI von uns widerrufen und sie sind nicht mehr unser Kunde", sagte BWI gegenüber Mongabay. "Das liegt daran, dass es Beschwerden von Interessenvertretern gab und die Beschwerden bewiesen wurden."
Der Entzug des SVLK-Zertifikats des Sägewerks bedeutet, dass TJTI nicht legal Holzprodukte exportieren kann, da die Einhaltung des SVLK-Programms für alle Holzexporte aus Indonesien obligatorisch ist. Es kann jedoch weiterhin Holz im Inland verkaufen, auch wenn das Sägewerk noch nicht in Betrieb ist.

Es ist nicht klar, ob die Regierung den Vorwürfen der gefälschten Plantagengenehmigungen für die sieben Konzessionen nachgehen wird. Stattdessen hat die Regierung mit den Unternehmen, die bereits den Betrieb aufgenommen und Wälder gerodet haben, vereinbart, dass sie den gesamten Genehmigungsprozess von Anfang an wiederholen können, um weiter arbeiten zu dürfen.

BWI sagte, dass sie sich nicht mit den Vorwürfen der gefälschten Genehmigungen für die Plantagen beschäftigte, da diese nicht in den Bereich ihrer Prüfung fielen, die sich ausschließlich auf das Sägewerk und seine Legalität konzentrierte.