Menschenrechtsverteidiger haben aktuelle Informationen über die Situation von Binnenvertriebenen (Internally displaced people - IDPs) aus den Landkreisen Nduga und Intan Jaya veröffentlicht. Sie bestätigten den Tod von mindestens neun IDPs. Die meisten Todesopfer wurden aus der Stadt Nabire gemeldet, wo etwa 3.000 Binnenvertriebene aus Intan Jaya vorübergehend Schutz gesucht haben. Kinder sind von der Vertreibungssituation besonders betroffen. Viele intern vertriebene Kinder gehen nicht zur Schule seit sie aus ihren Häusern geflohen sind. Außerdem sind sie sehr anfällig für gesundheitliche Probleme, ein häufiges Problem unter vielen IDPs aufgrund von Unterernährung und schlechten hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften.

Menschenrechtsaktivisten, Solidaritätsbewegungen und Kirchen haben Initiativen gestartet, um Spenden und humanitäre Hilfsgüter für die IDPs von Intan Jaya in Nabire zu sammeln. Mitglieder der Solidaritätsgruppe in Nabire erklärten, dass die meisten Binnenvertriebenen in Nabire nicht mehr zur Schule gehen seit sie ihre Dörfer verlassen haben. Die meisten von ihnen sind Schüler der Grundschule und der Junior High School. Ohne Zeugnisse können sie ihre Prüfungen nicht abschließen und in höhere Bildungsstufen übergehen. Die meisten von ihnen stammen aus den Distrikten Sugapa, Hitadipa und Agisiga. Medienberichten zufolge lieferte das indonesische Sozialministerium am 6. März 2021 humanitäre Hilfspakete im Wert von 172,3 Millionen Rp. (etwa 10.000 €) nach Intan Jaya.

Zuvor hatte das Amt für soziale Angelegenheiten in Papua Berichten zufolge 120 Tonnen Reis, 13 Tausend Packungen Instant-Nudeln, eine Tonne Zucker, 1000 Dosen Sardinen, 30 Feldbetten, 50 Familienpakete, 50 Lebensmittelpakete, 80 Wolldecken, 100 Matratzen und 126 Küchensets an die Binnenvertriebenen im Bezirk Kenyam (Landkreis Nduga) geliefert. Weitere humanitäre Hilfsgüter wurden vom Indonesischen Roten Kreuz (PMI) in Zusammenarbeit mit dem IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) am 17. März 2021 nach Kenyam geliefert. Die Unterstützung der Regierung hat jedoch nur die Binnenvertriebenen erreicht, die in die Bezirke von Kenyam geflohen sind, während diejenigen, die in anderen Landkreisen leben, weiterhin auf Solidaritätsinitiativen von zivilgesellschaftlichen Akteuren angewiesen sind. Im Landkreis Lanny Jaya sammelten beispielsweise Studenten Spenden und Hilfsgüter wie Lebensmittel und Kleidung für die Binnenflüchtlinge.

Raga Kogeya, eine Menschenrechtsaktivistin aus Nduga, teilte während einer öffentlichen Podiumsdiskussion in Jayapura am 18. und 19. März 2021 aktuelle Informationen zur Situation der IDPs aus Nduga. Laut Kogeya sind alle Bezirke in Nduga aufgegeben worden und werden von den Streitkräften kontrolliert. Die wirksame Ausführung der Regierungsgeschäfte in Nduga leidet darunter, dass viele Beamte das Land verlassen haben. Ein "normales" Leben findet nur noch in Ndugas größter Stadt Kenyam statt. Allerdings werden die IDPs und die Bewohner in Kenyam von den Sicherheitskräften streng überwacht.